Cyanotypie Workshop
Die klassische Cyanotypie – einfach, beständig, blau
Cyanotypie mit Slowly (aka Felix Maurer)
Die Cyanotypie ist ein fotografisches Edeldruckverfahren, das 1842 von Sir John Herschel entwickelt wurde. Sie beruht auf der Reaktion von lichtempfindlichen Eisenverbindungen (Eisen(III)-ammoniumcitrat und Kaliumhexacyanoferrat). Papier wird mit dieser Lösung beschichtet und nach dem Trocknen unter UV-Licht belichtet. Durch Reduktion bildet sich das typische Berliner Blau an den Stellen, die dem UV-Licht ausgesetzt wurden.
Nach der Belichtung genügt ein einfaches Wasserbad – und das Bild ist fertig. Ohne Dunkelkammer. Ohne Kamera. Ein analoges Verfahren, das mit wenig Materialaufwand grosse Wirkung zeigt.
«Mich fasziniert nicht nur die klassische Cyanotypie mit ihrem satten Blau. Ich gehe weiter und experimentiere mit Tee und Kaffee, Soda, Asche, Kurkuma, Essig und anderen Substanzen. Die Bilder dürfen weich und fragil werden, verblassen, sich verändern. Hier wird das Verfahren selbst zum Spielplatz. Mit jedem Bad, jeder Substanz entstehen neue Texturen, Stimmungen und kleine Überraschungen.
Cyanotypie im Slowly-Stil bedeutet: Geduld. Staunen. Freude am Unperfekten. Es geht nicht um technische Perfektion, sondern um das Erleben eines Prozesses, bei dem Licht und Chemie zu stillen Verbündeten werden.»
Felix Maurer
Cyanotypie Workshops im Atelier Rikon
Die Cyanotypie-Workshops widmen sich der Kunst des Blaudrucks. Mit lichtempfindlichen Lösungen beschichtete Papiere reagieren auf UV-Licht und entwickeln die charakteristischen Blautöne. Fotos, Blätter und Blumen dienen uns als Masken.
Die Kurse finden jeweils sonntags von 14 bis 17 Uhr im Atelier Rikon, Neschwilerstrasse 19, 8486 in Zell (Rikon) statt.
Für wen ist der Cyanotypie Workshop gedacht?
Für Menschen, die analoge Prozesse und Handarbeit lieben.
Für Zeichner:innen und Kreative, die eine neue Bildtechnik ausprobieren möchten.
Für Fotografie-Interessierte, die Lust auf experimentelle, nicht-digitale Bilder haben.
Preise und Anmeldung
Der Cyanotypie Workshop wird ab 1 Person durchgeführt. Preis bei Einzelanmeldung beträgt CHF 200.- und ab 2 Personen CHF 150.- pro Person. Die Anmeldung erfolgt per E-Mail an info@atelier-rikon.ch. Bitte beachte die begrenzte Platzzahl – maximal 4 Plätze.
Nächste Termine
14. Dezember 2025
14:00-17:00
Slowly-Cyanotypie. Material und Getränke inbegriffen. Anmeldeschluss: 10. Dezember 2025.
04. Januar 2026
14:00-17:00
Slowly-Cyanotypie. Material und Getränke inbegriffen. Anmeldeschluss: 31. Dezember 2025.
15. Februar 2026
14:00-17:00
Slowly-Cyanotypie. Material und Getränke inbegriffen. Anmeldeschluss: 10. Februar 2026.
Über den Workshopleiter
Ich bin Felix Maurer (1965) – Künstler, Fotograf, Kursleiter aus Schaffhausen. Ursprünglich arbeitete ich als Arbeitsagoge mit Menschen mit Behinderung; seit meiner Pensionierung betreibe ich mit Herzblut meine Slowly‑Projekte. Mich fasziniert die langsame, experimentelle Fotografie – das Arbeiten mit Licht, Zeit und Zufall.
1987 hielt ich meine erste Kamera in den Händen. Zwei Monate später richtete ich mein erstes Fotolabor in meinem Badezimmer ein. Seither begleitet mich das Spiel mit Chemie, Papier und Licht – ein stilles Forschen zwischen Handwerk und Staunen.
In den 1990er-Jahren absolvierte ich die Ausbildung bei der GAF 23 (Gruppe autodidaktischer Fotografen) in Zürich und zeigte erste Arbeiten in der Ausstellung «Zwischen Ohren» im All, Zürich. Ein Workshop bei Ilan Wolf 1998 öffnete mir den Blick für die Lochkamera – und seither baue ich eigene Kameras, suche neue Wege und Materialien, und erforsche, was Fotografie jenseits von Schärfe und Perfektion bedeuten kann.
Ein weiterer Schwerpunkt meiner Arbeit ist die Cyanotypie. Dieses alte, blaue Druckverfahren lässt mich Licht sichtbar machen – auf Papier, Stoff, Holz. Ich arbeite mit Blättern, Schatten, Wind und Sonne, mit natürlichen Tonungen und spontanen Reaktionen. Jedes Bild entsteht langsam – und erzählt von Zeit, Veränderung und Geduld.
Slowly ist für mich mehr als ein Name. Es ist eine Haltung: langsam statt schnell, umperfekt statt makellos. Ohne Leistungsdruck. Ich glaube, dass Kunst vom Machen kommt – nicht vom Können.
Seit November 2025 habe ich mich der Ateliergemeinschaft Atelier Rikon im Tösstal angeschlossen und darf hier meine Kurse für alle interessierten und neugierigen Menschen aus dem Kanton Zürich durchführen.